Wo bleibt der Vorarlberger Apache?

Wo bleibt der Vorarlberger Apache?


Der Rapper Apache 207 hat es geschafft: Platz 1 in der Hitparade mit „Treppenhaus“.

Sein Debütalbum hat dem Boy aus Ludwigshafen den Weg nach oben bereitet.

Zugleich ist er diese Woche mit drei Hits in den Top Ten der Austria Top 40.

Was können Ländle-Rapper vom Erfolg des Hünen aus einer mittelgroßen Stadt lernen?

 

Analyse von Platz 1: Außergewöhnlicher Auftritt, neuer Sound

Wie hat der Indianer das geschafft? (Er nennt sich selbst Indianer, ist aber deutscher Sprechgesangskünstler mit türkischen Wurzeln).

Er hat es geschafft, weil er frische Musik macht und wirklich ganz außergewöhnlich ist:

Seine glitzernden Videos bestehen aus Gesang, Rap, 80er-Jahren-Synthie-Beats und oberkörperfreien Ausdauer-Sprints.

Sein Style hatte bei Ländle-Hiphop-Redaktionskonferenzen Befürworter und Kritiker – Graf Adler war von Anfang an ein Apache-Anhänger.

Bei einem waren wir uns aber sicher – Volkan Yaman, wie der Künstler amtlich heißen soll, hat große Chancen auf Platz 1.

Denn Sound und Auftritt sind außergewöhnlich, aufmerksamkeitsheischend und aufwühlend.

Das war schon klar bei „Ferrari Testarossa“ – releast vor genau zwei Jahren.

Den Apache vergisst man nicht so schnell.

Der sticht hervor.

Exaltierte Attitüde.

Einzigartig.

 

Mehr als harte Arbeit braucht es den zündenden Funken an Einzigartigkeit

Wichtiger noch als harte Arbeit ist im Musikgeschäft der zündende Funke an Einzigartigkeit, die USP, um unter allen anderen hervorzustechen, die auch zuhause mit Magic Music Maker ihre Sounds produzieren. Ich spreche hier von der PC Ära mit dem Programm MMM.

Mittlerweile heißt es ja mobile first, über zwei Drittel des Internet Traffics laufen übers Smartphone, die entscheidenden Plattformen sind nun Insta, TikTok und YouTube.

Hier aufzutrumpfen und aufzufallen ist nur durch kreative Eigenleistung möglich.

Das ist der Sound von Apache, diese Mischung aus emotionalem Gesang und schnellem Rap.

Auch wenn er seit „Ferrari Testarossa“ zwei Jahre lang am Ball bleiben musste und auch schon früher geübt hat.

 

Goldplatten pfeiffen um die Ohren

Der Mann hat was Neues gemacht.

Findig und pfiffig.

Und so pfeiffen einem dann die goldenen Schallplatten um die Ohren wie RAF.

RAF Camora ist der erfolgreichste Rapper des Jahrzehnts.

Lange hatte er nur bescheidenen Erfolg.

Weil er ein begnadeter Künstler ist, schaffte er ein paar hohe Chart-Platzierungen und schuf auch veritable Straßenhits, wie etwa „Trip“.

Doch der gigantische Erfolg kam erst nach seiner Reise nach Jamaika.

Er nutzte seinen Exodus ins Karibikparadis zur künstlerischen Neuorientierung.

Und seit dann dominierte er mit Dancehall-Rap die deutsche Hitparade.

Raphael Ragucci ist mit 6,3 Millionen verkauften Singles der erfolgreichste Rapper des Jahrzehnts, vor Bonez, Cro und Sido.

Ganz aktuell ist die neueste Goldplatte für ihn – diese Woche bekam RAF eine Goldene für seinen Song „Nema Bolje“ aus dem Jahr 2017 mit Jala Brat und Buba Corelli.

 

Das ist der Weg zum Gold.

Also auf!

Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler, lasst euch inspirieren und schafft etwas Neues, stecht hervor – und dann pfeiffen euch die Goldplatten um die Ohren.

 

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Kategorien: News
Gepostet von am 15. August 2020 | Beitrag melden