Interview mit Jherip

Interview mit Jherip


Jherip muss man in Vorarlberg wohl nicht groß vorstellen. Der Rapper, Produzent, Studiobetreiber und Labelchef hat nun sein neues Studio fertig gebaut und vergibt nun Termine. Bei interesse kann man sich über Social Media gerne Kontakt aufnehmen! Zudem hat er ein Label gegründet und nun auch sein erstes Signing bekannt gegeben. Nun hat der sympatische Feldkircher uns ein paar Fragen beantwortet!
Hallo Jherip, schön, dass du Zeit für das Interview gefunden hast.
Bitte gerne, ich sage Danke!
 Seit wann machst du Musik und wie bist du dazu gekommen?
Mittlerweile seit 14 Jahren. Mich hat die Musik immer schon sehr emotional berührt und mir geholfen im Leben Fuß zu fassen. Vor allem in meiner Jugend, als alles drunter und drüber ging. Sehr viele unschöne aber auch wenige schöne Erinnerungen verbinden mich mit dieser Zeit.
Durch Musik fand ich für mich ein Ventil um alles, was mir widerfahren ist, oder mich umgeben hat zu verarbeiten. Da ich auch andere an dieser Erfahrung teilhaben lassen wollte, fing ich an selber meine Texte zu schreiben.
Was war der Antrieb, ein eigenes Studio zu bauen?
Als Jugendlicher hat man nicht unbedingt viel Geld daher bin ich immer mehr ins produzieren reingerutscht. Anfangs war es noch ein Singstar Mic und Audacity. Heute werden meine Produktionen von High End Geräten begleitet. Auf meinem Werdegang wurden sehr viele Kontakte mit anderen Musikern geschlossen. Die meisten hatten die selbe Problematik wie ich, was das Recording, Mixing und Mastering anbelangt. Somit fing ich an auch anderen Künstlern unter die Arme zu greifen. Ich wollte immer schon mit den Profis mithalten können, vor allem was die Qualität angeht. Mit dem Bau von meinem neuen Studio – Jherip Productions ist mir das auch gelungen.
Woher kam die Inspiration/Motivation und wie verlief der Studiobau? Gab es Komplikationen?

Unabhängigkeit, beschreibt die Motivation am besten. Sehr viele Producer die ich auf meinem Weg kennen gelernt habe wollten immer meine Lieder zu ihren machen. Mir fehlte da die künstlerische Freiheit. Auch wenn man davon überzeugt ist, selber einmal in der oberen Liga zu spielen, wollte man mir das viel zu oft ausreden. Mit meinem Studio baute ich nicht nur die Möglichkeit einen Song zu produzieren. Nein, viel mehr  die Möglichkeit meinen sowie ihren Traum zu leben. Auch wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Rap Star bin, wird sich das in der Zukunft ändern. Dieses Mindset motiviert andere Künstler.

Es gibt für mich als Produzent nichts schöneres als mit zu erleben wie ein Künstler sein komplettes Potential entfaltet und durch seine eigene hochqualitative Musik zum Staunen versetzt wird.
Es gab fast nur Komplikationen und sehr viele undenkbare Situationen. Da es ein sehr komplizierter Umbau war, verlangte er mir auch sehr viel ab. Dazu kam dann, dass kurz vor der Eröffnung Covid-19 ausbrach.
Jedoch hatte ich im großen und ganzen ein starkes Team welches mich immer wieder unterstützt hat. Das zeigte mir auch, dass ich mich auf dem richtigem Weg befinde! An diesem Punkt möchte ich ein Herzliches Dankeschön an alle beteiligten widmen.
Wie wurde der Studiostandort gefunden? In Vorarlberg ist es ja relativ schwer einen geeigneten Platz für ein Studio zu finden.

Es wurden sehr viele Immobilien besichtigt. Bei jeder Besichtigung wurden auch schon sehr viele Pläne angedacht. Zum Schluss kristallisierte es sich heraus, dass ein Kellerumbau vom Haus meiner Mutter die rentabelste Lösung ist.

Beim neuesten Song „Raubkatzen“ stehst du selber vor der Kamera und hinterm Mikrofon. Wo ordnest du dich selber ein, bzw. welche Rolle macht dir am meisten Spaß? (Rapper, Producer, Labelchef)

In der heutigen Zeit gehört für mich alles zusammen. Um ein erfolgreicher Rapper zu werden muss man selber das Musikbusiness verstehen. Oder man hat jemanden der das für einen übernimmt. Zum letzteren gehört sehr viel Glück dazu. Meine Kariere als Rapper wollte ich nicht dem Glück und Zufall überlassen. Durch das Produzieren lernt man sehr viele Möglichkeiten kennen, einen Song darstellen zu können. So kann man am besten seinen eigene Style herausfinden. Daher rate ich jedem Künstler ein kleines Homestudio an. Es eignet sich perfekt zum herumexperimentieren und gibt einem eine genaue Vorstellung,  wie man sich auf Tracks präsentieren will. An diesem Punkt spielt mein Einfühlungsvermögen für mich als Producer eine große Rolle. Falls ein Künstler das erste mal Kontakt mit einem Tonstudio hat weis er oft selber nicht über die Möglichkeiten Bescheid. Somit versetze ich mich in den Künstler und mache ihm unterschiedliche Vorschläge wie man den Song durch z.B. unterschiedliche Effekte färben kann. Mein Ziel ist es, das jeder Künstler sich in seinem von mir produziertem Song wiederfindet. Viele Musiker arbeiten hart um einen Erfolg zu generieren. An diesem Punkt möchte ich zukünftig als Labelchef nachhelfen können.

Franck Michallon hat euer neues Video gedreht. Wie kam es zum Kontakt und gibt es Pläne für eine Zusammenarbeit in der Zukunft?

Wir lernten uns über einen gemeinsamen Kunden kennen. Er überzeugte mich sofort durch seine direkte, aufrechte, zuverlässige und ehrliche Art. Da ich mir bewusst ein starkes Team aufbauen will, war er für mich der Richtige um ihn darauf anzusprechen. Ja wir werden in Zukunft weiterhin zusammen arbeiten. Er hat bei mir sein Büro eingerichtet und arbeitet unter Michallon Production weiter.

Wer ist bei Jherip Music gesignt?

Bis her Toni der Assi. Jedoch arbeite ich schon weitere Verträge aus.  

Voller stolz darf ich euch das erste offizielle Label signing vorstellen! 💯 „Toni der Assi“ Und nicht nur…

Gepostet von Jherip am Montag, 27. April 2020

Auf welches Highlight deiner bisherigen Karriere bist du am meisten stolz?

Das ich Toni der Assi unter Label Vertrag genommen habe. Dieser Schritt bestätigte mir, auf dem richtigen Weg zu sein.

Er zeigte mir auf, dass ich von meinen Zielen nicht mehr all zu weit entfernt bin. Ebenso läutet dieser Step viel mehr Möglichkeiten für meine bisherigen sowie zukünftigen Künstler ein.
Wie kam der Kontakt zu Toni der Assi und wie kam es zur geschäftlichen Vereinbarung?

Über Franck, die beiden kenne sich schon länger. Franck hat bei meinem Studiobau mitgeholfen. Währenddessen hat er darüber mit Toni gesprochen. Da Toni auch wieder durchstarten wollte hat sich eines nach dem anderen ergeben.

Wo siehst du Toni der Assi mit der Unterstützung vom Label Jherip Music?
Wir werden alles geben, um ihn wieder in die obere Liga zu befördern. Als Label Chef werde ich durch Tonis Erfahrungen natürlich auch profitieren.
Was sind Kriterien die ein junger Musiker erfüllen muss, um bei dir gesignt zu werden, und was kannst du den Künstlern bieten?
Vorerst ist mir der Antrieb von den Künstlern sehr wichtig! Auch der Charakter ist ausschlaggebender Grund für mich. Abgesehen vom musikalischen Können. Musikalisch kann mann durch die richtige Motivation immer sehr viel aus den Künstlern herausholen, aber wenn keine gesunde Basis für eine gute Zusammenarbeit besteht bringt ein signing beiden nichts.
Bist du offen für neue Signings?

Natürlich, habe auch schon ein paar auf der Liste.

Wo siehst du dich selber in 5 Jahren?

Als erfolgreichen Labelchef, Produzent sowie Rapper.

Wie beurteilst du deine letzten 5 Jahre musikalisch gesehen und wie hast du dich in der Zeit verändert?

Es hat sich alles sehr Positiv entwickelt un ich durfte mit mehreren Künstlern zusammenarbeiten. Was meine Werke betrifft habe ich mich zurückgezogen um zu üben und besser zu werden. Kann es kaum erwarten zu Zeigen was sich alles in der Zeit getan hat.

Während dieser Zeit lernte ich auch neue Instrumente zu spielen. Zwar noch nicht so gut um wie ein Profi um damit auftreten zu können. Aber ich kenne die Instrumente nun so gut um mit ihnen Hochqualitativ zu Produzieren.
Wie hat sich die Szene in den letzten Jahren verändert?

Es kommen immer mehr Newcomer dazu. Das ist sehr schön mit zu erleben! Es findet ein Umdenken Statt, die Szene vernetzt sich langsam. Für Vorarlberg sind Medien wie Ländle Hip Hop und Audiobunka wichtig um diese Vernetzung zu fördern.

Hast du noch abschließende Worte?

Vielen liebe Dank für das Interview und die Arbeit die dahinter Steckt! Wünsche euch weiterhin viel Erfolg und hoffentlich kommt ihr gut durch die Corona Zeit.

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Kategorien: Interviews
Gepostet von am 6. Mai 2020 | Beitrag melden